Als Diabetes wird eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen bezeichnet, die allesamt zu erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie) führen. Der Blutzucker liegt laut den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft normalerweise nüchtern unter 100 mg/dl (Milligramm pro Deziliter). Er steigt nach dem Essen auf maximal 140 mg/dl an. Werte darüber zeigen in der Regel einen Diabetes an.
Es gibt zwei wesentliche Formen des Diabetes:
- Typ-1-Diabetes
entsteht durch einen Mangel an Insulin. Körpereigene Abwehrstoffe (Antikörper) zerstören die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Insulin regelt zusammen mit anderen Hormonen die Blutzuckerkonzentration, und ist in diesem Regelkreis, das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann.
- Typ-2-Diabetes
entsteht zum einen durch eine verminderte Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin (s.o.), der Insulinresistenz. Zum anderen führt eine jahrelange Überproduktion von Insulin zu einer "Erschöpfung" der Insulin produzierenden Zellen.
Über 90 Prozent der geschätzten sieben bis acht Millionen Diabetiker in Deutschland leiden unter Typ-2-Diabetes, nur fünf Prozent unter Typ-1-Diabetes.
Typ-2-Diabetes ist in den meisten Fällen die Folge von falscher Ernährung, Übergewicht und mangelnder Bewegung. Hohe Blutzuckerwerte bei langjährigem Diabetes mellitus können zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen, vorwiegend an Augen, Nieren, Nervensystem, Herz, Gehirn und Gefäßen führen.
Weitere, seltenere Formen des Diabetes sind:
- Schwangerschaftsdiabetes
- Sekundärer Diabetes (als Folge anderer Erkrankungen wie z.B. der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse)
Symptome
- häufiges Wasserlassen
- vermehrter Durst
- geringer Appetit und Gewichtsverlust
- Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit
- Heißhungerattacken, besonders zu Beginn der Krankheit
- allgemeine Infektanfälligkeit (vor allem Harnwegsinfekte und Infektionen der Haut)
- Juckreiz
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Übelkeit, Erbrechen
- Sehstörungen
- Muskelkrämpfe
- Bewusstseinsstörungen
Diagnostik
- Messung des Nüchternblutzuckers (Glukose-Konzentration im Blut)
- Glukosebelastungstest (oraler Glukosetoleranztest, oGTT)
Die Diagnose Diabetes mellitus steht unabhängig von Alter und Geschlecht, wenn an mindestens zwei verschiedenen Tagen erhöhte Blutzuckerwerte gemessen wurden. Wurde die Diagnose Diabetes mellitus gestellt, werden zusätzlich Augenhintergrund, Nieren- und Blutfettwerte, Nerven, Urin, Blutdruck und Füße untersucht, um eventuelle Folgekrankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können.
Therapie
- Typ-1-Diabetes: Insulingabe
- Typ-2-Diabetes: Die Basis der Therapie ist eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung. Ziel ist es, das Gewicht zu normalisieren. Erst wenn diese Maßnahmen nicht helfen, werden blutzuckersenkende Medikamente und später auch Insulin gegeben.
- Sekundärer Diabetes: Beim sekundären Diabetes wird die zugrunde liegende Erkrankung behandelt. Wird die Ursache des Diabetes geheilt, reguliert sich der Blutzucker meist von alleine.
- Schwangerschaftsdiabetes wird über eine Ernährungsumstellung therapiert. Bringt diese keinen ausreichenden Erfolg, wird mit Insulin behandelt.
- Hilfe zur Selbsthilfe: Diabetes Schulungszentrum
Bei keiner anderen Erkrankung kann man selbst aktiv den Verlauf so positiv beeinflussen wie beim Diabetes. Schulungen sind hierfür eine wichtige Voraussetzung. In unserem Schulungszentrum werden ambulante und stationäre Schulungen von Patienten mit Diabetes Typ-1, Typ-2 oder dem Schwangerschaftszucker nach den Richtlinien der Deutschen Diabetesgesellschaft durchgeführt.
Vorbeugung
- Diabetes Typ-2 lässt sich - im Gegensatz zum Typ-1 - durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sehr gut vorbeugen.