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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

Podiumsdiskussion zu Erkrankungen des Beckenbodens

Ärzte und Therapeuten stehen Rede und Antwort beim Gesundheitsforum

13.06.2017

Die Malteser bündeln die Kompetenzen ihrer Krankenhäuser in Görlitz und Kamenz. Was das den Patienten bringt, das ist Thema beim SZ-Forum am 20. Juni, 18:30 Uhr, bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des SZ-Gesundheitsforums.

Beckenbodenzentrum der Malteser ist zertifiziert seit 2017

Erkrankungen des Beckenbodens belasten die Betroffenen sehr. Sie leiden an Harn- oder Stuhlinkontinenz und außerdem an einer zunehmenden Vereinsamung, weil sie sich immer weniger trauen, am sozialen Leben teilzunehmen. Die Suche nach der nächsten Toilette schränkt den Alltag ein.

Erkrankungen des Beckenbodens sind keine Seltenheit. Sie kommen bei Frauen und Männern gleichermaßen vor. Darüber reden möchte aber kaum jemand. Um Patienten noch besser zu behandeln, gründeten die Malteser in Ostsachsen 2015 ein Beckenbodenzentrum. Damit verstärken sie die interdisziplinäre Zusammenarbeit wie auch die ihrer beiden Krankenhäuser in Görlitz und Kamenz, um den Patienten eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung anzubieten. Im Februar 2017 wurde dieser Verbund als „Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Görlitz–Kamenz“ von der Deutschen Kontinenz Gesellschaft zertifiziert, als eins von deutschlandweit 75.

Was das den Patienten bringt, ist Thema des nächsten Gesundheitsforums der SZ am 20. Juni um 18.30 Uhr im Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz. Gesprächspartner der Podiumsdiskussion sind die Chefärzte der Görlitzer Urologie Dr. med. Andreas Lammert und der Kamenzer Gynäkologie Alexander Wagner, der Proktologe und Leitende Oberarzt der Görlitzer Chirurgie Dr. med. Frank Hübschmann und die Physiotherapeutin Frau Reinecke. In kurzen Vorträgen informieren sie zu Beckenbodenschwäche und Inkontinenz, zu einer schwachen und überaktiven Blase, über Erkrankungen des Enddarms und das Beckenbodentraining. Sie stellen typische Krankheitsbilder vor und erläutern, wie sie sich in ihrer Zusammenarbeit klinikübergreifend ergänzen. Gern beantworten sie Fragen aus dem Publikum. 

Im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum arbeiten Gynäkologen, Urologen, Chirurgen, Palliativmediziner und Therapeuten aus beiden Kliniken zusammen. Bei Bedarf werden Radiologen oder Gastroenterologen einbezogen. Gemeinsam bewerten sie die Erkrankungen der Patienten und stimmen Diagnostik und Therapie ab. So werden Kompetenzen gebündelt. 65000 Euro wurden in spezielle Technik investiert. Betroffene können sich am St. Carolus  und im Kamenzer Malteser Krankenhaus untersuchen lassen. Es gibt eine breite Palette medikamentöser und operativer Therapien, um Leiden des Beckenbodens zu lindern oder ganz zu beheben. „Gemeinsam loten wir aus, was mit Medikamenten und Physiotherapie möglich ist“, sagt Dr. med. Andreas Lammert, der das Zentrum leitet. „Ist eine Operation nötig, werden Methoden der minimalinvasiven Beckenbodenchirurgie bevorzugt, die schonender und weniger belastend sind als konventionelle Techniken“, so der Chefarzt der Urologie am St. Carolus. Das Beckenbodenzentrum ermöglicht, komplexe Erkrankungen ganzheitlich, nach dem neuesten Stand der Wissenschaften zu behandeln. So können Funktionsstörungen behoben und den Patienten ein Stück an Lebensqualität zurückgegeben werden. Interessenten sind zu dem Forum herzlich eingeladen.

SZ-Gesundheitsforum am 20. Juni um 18.30 Uhr im Malteser Krankenhaus St. Carolus, 3. OG, Carolusstraße 212, in Görlitz. Eintritt und Parken sind frei.

Text: Constanze Knappe (für SZ)