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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

Neue Operationsmethode bei Aortenaneurysmen

Am Görlitzer Malteser Krankenhaus werden Aortenaneurysmen mit einer neuen Operationsmethode versorgt.

29.11.2017
Gefäßchirurgischer Eingriff - Chefarzt Nils Walter (links) und David Hadasik (rechts) operieren minimalinvasiv. 
Fotos: Malteser/Stephanie Hänsch
Gefäßchirurgischer Eingriff - Chefarzt Nils Walter (links) und David Hadasik (rechts) operieren minimalinvasiv.
Gefäßchirurgischer Eingriff - Chefarzt Nils Walter (links) und David Hadasik (rechts) operieren minimalinvasiv. 
Fotos: Malteser/Stephanie Hänsch
Fotos: Malteser/Stephanie Hänsch

In Deutschland erkranken pro Jahr 40 von 100.000 Personen an Aneurysmen der Bauchschlagader. Die Ursachen dafür sind vielfältig. In 90-95 Prozent der Fälle liegen Arteriosklerose und Bluthochdruck zugrunde. Die Aortenwand kann zerreißen, wodurch große Mengen Blut in den Brust- oder Bauchraum fließen. Weniger als 10 Prozent aller Menschen, die eine Aortenruptur erleiden, überleben. Nur 10-15 Prozent erreichen lebend das Krankenhaus und davon nur die Hälfte kann durch eine Notfalloperation gerettet werden.

In der chirurgischen Klinik des Malteser Krankenhaus St. Carolus sind im letzten Jahr mehrere Patienten mit einem Aneurysma der Bauchschlagader als Notfall oder geplant operativ versorgt worden. Die gute Qualität der Arbeit wurde im Sommer durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen bei einer Strukturprüfung bestätigt. Das Malteser Krankenhaus in Görlitz und das Team um Chefarzt Nils Walther erfüllten die hohen Anforderungen der „Qualitätsrichtlinie zum Bauchaortenaneurysma“. Dazu war die Schaffung spezieller personeller und technischer Voraussetzungen nötig.

Jetzt konnte einer Patientin mit Bauchaortenaneurysma mit einer speziell für sie angefertigten Stent-Prothese das Leben gerettet werden. „Diese Patientin hatte ein extrem hohes Operationsrisiko aufgrund ihrer Begleiterkrankungen,“ erklärt Nils Walther. „Eine offene Operation hätte die Patientin sicher nicht überlebt“. Die Alternative war der Einsatz einer minimalinvasiven Operationsmethode. Über zwei kleine Leistenschnitte wurde ein sogenannter Stent-Graft in die Hauptschlagader eingeführt und damit das Bauchaortenaneurysma ausgeschaltet. Die Patientin konnte wenige Tage später nach Hause entlassen werden. Die Gefäßchirurgen Nils Walther und David Hadasik setzten während dieser Operation ein Stent-Graft ein. „Der Stent sitzt so, dass er von innen die Aorta abdichtet und nahtlos in den gesunden Teil des Gefäßsystems übergeht. Das Blut fließt durch die Stent-Prothese. Damit drückt es nicht mehr auf die Gefäßwand und diese zerreißt nicht,“ erklärt Chefarzt Walther.

Die operative oder interventionelle Versorgung von Aortenaneurysmen sind anspruchsvolle Operationen. Diese sind nur durch ein gutes Team von mehreren Spezialisten, wie Gefäßchirurgen, Anästhesisten, Kardiologen, OP/Anästhesie-Pflege) möglich. Durch die Malteser wurden die technischen Voraussetzungen in den letzten Jahren geschaffen, um diese Leistungen für die Versorgung von Aortenaneurysmen anzubieten. 

Ansprechpartner Gefäßchirurgie: Nils Walther, Chefarzt der Abteilung Chirurgie des Malteser Krankenhauses St. Carolus, wurde in Malchow geboren und lebt seit 20 Jahren in Görlitz. Der Facharzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie leitet seit 2012 die chirurgische Klinik am Malteser Krankenhaus St. Carolus.

Sprechstunde: Di + Do 13:00 bis 15:30 Uhr und nach Vereinbarung
Anmeldung: 03581 72-1186