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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

Gutartige Prostatavergrößerung

Die Vorsteherdrüse (Prostata) eines erwachsenen Mannes ähnelt in Form und Größe einer Kastanie und wiegt zirka bis zwanzig Gramm. Sie ist eine Drüse, die umschlossen ist von einer Kapsel aus Bindegewebe. Sie bildet einen Teil der Samenflüssigkeit, die besonders für die Beweglichkeit der Spermien wichtig ist und die über Ausführungsgänge in die Harnröhre entleert wird.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Die gutartige Prostatavergrößerung - Benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt - beruht auf einer Wucherung des Drüsengewebes der Prostata. Wie es zum Größenwachstum der Prostata kommt, ist heute noch nicht erwiesen. Eine mögliche Erklärung: ab 40. Lebensjahr verschiebt sich das Verhältnis der körpereigenen Sexualhormone Testosteron und Östrogen, die Drüsen werden zu vermehrtem Wachstum angeregt. Sie tritt so häufig auf, dass man von einer „Volkskrankheit“ sprechen kann. Bereits bei mindestens jedem zweiten der 60-jährigen Männer liegt eine Vergrößerung vor. Bei den 80- bis 90-Jährigen steigt der Anteil der Betroffenen auf über 80 Prozent an.

Probleme und ihre Ursachen

Je nach dem Entstehungsort entwickelt sich die Vergrößerung der Prostata zur Harnblase hin, zu den Seiten oder nach hinten zum Enddarm mit unterschiedlichen Auswirkungen. Durch die Größenzunahme der Prostata kann es zur Einengung der Harnröhre mit daraus folgenden Problemen beim Wasserlassen kommen, die vom Betroffenen berichtet werden. Tags und besonders nachts besteht Harndrang mit häufigem Wasserlassen. Das Gefühl der unvollständigen Entleerung der Harnblase wird zum ständigen Begleiter.

Der Betroffene stellt sich darauf ein, vermeidet vor dem Schlafengehen noch etwas zu trinken, richtet seinen Tagesablauf nach der Verfügbarkeit von Toiletten aus, zum Beispiel bei Reisen. Öffentliche Veranstaltungen werden gemieden.

Harnverhaltung
Eine Harnverhaltung äußert sich durch einen ausgeprägten Drang Wasser zu lassen, verbunden mit quälenden Schmerzen im Unterbauch. Die Betroffenen versuchen mit dem Bauch zu pressen und durch Drücken mit den Händen, die Blase zu entleeren. Dieser Zustand ist trotz der Schmerzen weniger gefährlich für den Patienten, da die Nierenfunktion bei diesem Zustandsbild meist noch nicht gestört ist. Dennoch handelt es sich um einen Notfall, der Patient muss sofort einen Arzt aufsuchen bzw. es sollte ein Notarzt gerufen werden. Nicht selten ist dies mitten in der Nacht.

Die Behandlung erfolgt durch Blasenentleerung mit einem Katheter.

Medikamentöse Behandlung

Tamsulosin ist zur Behandlung von Symptomen des unteren Harntraktes bei der benignen Prostatahyperplasie zugelassen und gilt für diese Indikation als Mittel der ersten Wahl. Es zeigt im Vergleich zu anderen Alphablockern eine geringere Beeinflussung des Blutdruckes.

Trotz der Prostataselektivität dieses Alphablockers können gelegentlich (< 1 %) Schwindel, Hypotonie und orthostatische Beschwerden auftreten und selten kann es zu einer vaskulär bedingten Synkope, einem plötzlichen Kräfteverlust mit Bewusstlosigkeit, kommen.

5-alpha-Reduktase-Hemmer wie Finasterid lindern nicht nur die Symptome, sondern können auch das Prostatagewebe um bis zu 30 Prozent verringern. Dies erreichen sie, indem sie verhindern, dass das Geschlechtshormon Testosteron in das in der Prostata aktive Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt wird.

Operative Verfahren

Das Ziel der operativen Verfahren, die bei der Behandlung der mit Beschwerden behafteten Prostatavergrößerung zum Einsatz kommen, ist die Entfernung des Prostatagewebes.

Resektion - Entfernung von Prostagewebe

Die Resektion von überschüssigem Gewebe der Prostata durch die Harnröhre mit einem Operationsblasenspiegel (TUR-P) gehört derzeit mit etwa achtzig Prozent zum Standardverfahren und wird in Vollnarkose oder Rückenmarksbetäubung durchgeführt.

Mit einem kurzem stationären Krankenhausaufenthalt von maximal fünf Tagen ist zu rechnen. Beste Behandlungsergebnisse und sehr gute Langzeitergebnisse liegen diesem Operationsverfahren zugrunde. Probleme während des Operationsverlaufs nebst Narkose sind selten.

Eine Nachblutung aus dem Wundbett tritt gelegentlich auf, was selten eine Blutgabe erforderlich macht. Verengungen im Verlauf der Harnröhre können auftreten, zum Beispiel durch Narbenbildung; dies kann das Wasserlassen behindern, was gegebenenfalls eine Nachoperation erfordert. Die häufig einige Wochen nach der Operation noch bestehende Entleerungsstörung der Harnblase verschwindet meist gänzlich.

Laser-Vaporisation

Die Laser-Vaporisation ermöglicht das Verdampfen des Prostatagewebes unter endoskopischer Sicht durch einen hochenergetischen Laser. Es entsteht ein sofortiger Gewebeabtrag. Der Vorteil dieser Methodik ist, dass praktisch keine Blutungen auftreten. Daher ist dieses Verfahren besonders für „Hoch-Risiko“-Patienten geeignet. Langzeitergebnisse liegen bei dieser noch relativ jungen Technik nicht vor.

Wir bieten beide Verfahren in unserer Klinik an.

Ihr Ansprechpartner

Dr. med. Andreas Lammert
Dr. med. Andreas Lammert Chefarzt Facharzt für Urologie und
Medikamentöse Tumortherapie
Sekretariat
Birgit Serve
Telefon: (03581) 72-1202
Fax: (03581) 72-1203