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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz
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Vom Rittergut zum Krankenhaus

St. Carolus-Krankenhaus Görlitz - Geschichtlicher Rückblick des östlichsten katholischen Krankenhauses Deutschlands

St. Carolus aussen

 

Dort, „wo in  Deutschland die Sonne aufgeht", in Görlitz an der Neiße, steht seit 1927 das St. Carolus-Krankenhaus.

Vorgeschichte

Die ersten drei Schwestern der Kongregation vom heiligen Karl Borromäus - die Borromäerinnen - kamen 1862 auf die Kahle, beim Pfarramt HI. Kreuz. Sie gingen zur ambulanten Krankenpflege und erteilten Handarbeitsunterricht für junge Frauen. Später eröffneten sie noch einen Kindergarten.

Die Gründung, bzw. Bau eines Katholischen Krankenhauses für den neuen Stadt­ teil Görlitz-West wurde vom damaligen Pfarrer  von  Hl.  Kreuz,  Herrn  Erzpriester Brückner, angeregt. Nach Rücksprache mit der Generaloberin der Borromäerinnen kam es zu Verhandlungen wegen des Kaufes des Restrittergutes mit dem Park und den dazu­ gehörigen Ländereien.

Der Kaufvertrag wurde am 19.03.1926 abgeschlossen. Am 23. April desselben Jahres kamen bereits die ersten 4 Ordensschwestern in Görlitz an. Nach entsprechenden Vorarbeiten erfolgte die "erste Steinlegung" am 26. Juni 1926. Während der Bauphase gab es viele - besonders finanzielle - Schwierigkeiten und mit Gottes Hilfe konnten am 21. November 1927 - nach nur einjähriger Bauzeit - das Krankenhaus und die Kapelle eingeweiht werden.

Das neue Krankenhaus wurde unter den Schutz des hl. Karl Borromäus gestellt, der als leuchtendes Beispiel seiner Zeit den Pest­ kranken mit Tatkraft materiell und seelsor­gerisch Beistand leistete, ohne auf die per­sönliche Gefahr der Ansteckung zu achten. 

Nun kann der Bau des Krankenhauses beginnen.

Nun kann der Bau des St. Carolus Krankenhauses beginnen.

Zum Krankenhaus - Harte Zeiten brechen an 1927-1984

Der Krankenhausbetrieb begann mit einer Bettenanzahl von 280 Betten und den Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe und Hals­/Nasen-/Ohren-Erkrankungen. Bereits am Einweihungstag waren bereits 66 Patienten in unserem Haus. Von 1937 bis 1939 gab es auch eine Augenabteilung an unserem Krankenhaus. Die Schwestern konnten tüchtige Ärzte für die Arbeit im Krankenhaus gewinnen, und so entwickelte sich das St. Carolus­ Krankenhaus trotz der schweren Zeit der Weltwirtschaftskrise außerordentlich gut.

In den Jahren bis 1933 waren sehr gute Belegungszahlen zu verzeichnen, aber es waren auch Jahre der Sorge. Im Jahre 1933 - nach der Machtergreifung Hitlers - kam es für unser Haus und seine Existenz zu großen Schwierigkeiten. Unsere tüchtigen jüdischen Ärzte Dr. Niedermeyer und Dr. Frankenstein, allen voran unser damaliger Ärztlicher Leiter - Dr. Blau - wurden gezwungen das Krankenhaus zu verlassen. Besonders der Weggang von Dr. Blau traf das Haus empfindlich. Er konnte nach Schweden emigrieren, wo er kurz nach Kriegsende verstarb.

Nach der Mobilmachung im Jahre 1939 mussten 200 Betten der Wehrmacht als Lazarett zur Verfügung gestellt werden. Somit blieben für die Versorgung der Zivilbevölkerung nur etwa 80 Betten. Im Jahre 1942 wurde das Haus vollständig als Lazarett requiriert und 27 Ordensschwe­stern dienstverpflichtet. Görlitz und damit auch das Krankenhaus blieben glücklicher­ weise weitgehend von Kriegseinwirkungen verschont. Menschen kamen nicht zu scha­den und auch die Sachschäden waren nur geringfügig.

Am 7. Mai 1945 besetzte die Rote Armee das Krankenhaus, und  es wurde ein Russenlazarett. Diese Zeit war für die Borromäerinnen besonders schwer. Das Haus war völlig  überbelegt, die Patienten lagen auf Matratzen in den Fluren. Alle Vorräte und die Wäsche waren beschlag­ nahmt. Beim Abzug der Russen wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war, mit­ genommen.

Der Rest wurde zerstört. Das bedeutete Neuanfang aus dem Nichts. Mit viel Gottvertrauen bauten die Ordensschwestern das Krankenhaus wieder auf. Es bestand damals aus den Fachabteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie  und HNO. Wegen der vielen Tuberkulose-Fälle wurde ein auf dem Gelände des Kranken­hauses stehendes Gebäude - das Rochus­ haus - als Isolierhaus für diese Kranken eingerichtet. Im Jahr 1963 musste die Abteilung Gynäkologie geschlossen wer­den. 1978 wurde mit dem Bau einer Ambulanz (Baracke) begonnen,  da nach deren Fertigstellung die ambulanten Behandlungen nicht mehr wie bisher  auf den einzelnen Stationen, sondern zentral in der Ambulanz durchgeführt werden sollen. Unsere HNO-Abteilung musste 1981 schließen. Im Jahre 1984 wurde eine Schwerkrankenstation eröffnet.

Nachwuchs wird gefördert - die Pflegevorschule

Krankenpflegeschule "Johannes Zinke" mit Internat

Krankenpflegeschule "Johannes Zinke" mit Internat

Zur Heranbildung eigenen, christlichen Nachwuchses wurde 1964 eine Pflegevorschule eröffnet, die 1991 von der Caritas übernommen und weitergeführt wurde. Auf Anregung des damaligen Apostolischen Administrators, Bischof Bernhard Huhn, konnte dann 1976 die "Katholische Krankenpflegeschule Johannes Zinke", an unserem Krankenhaus den Ausbildungsbetrieb beginnen. Benannt ist sie nach dem bekannten Breslauer und späteren Berliner Caritasdirektor, der für die Krankenhäuser in der ehemaligen DDR unschätzbare Dienste leistete.

Die Schule stand unter staatlicher Aufsicht und musste bis Februar 1991 als Außen­ stelle der Görlitzer Medizinischen Fach­ schule geführt werden . Seither ist der Orden Träger dieser Einrichtung mit bisher 75 Aus­ bildungsplätzen. 1979 konnte ein mit kirch­licher Unterstützung errichtetes Schul- und Internatsgebäude in Betrieb genommen werden.
Trotz der sehr eingeschränkten Möglich­keiten wurde das Krankenhaus auch in der Zeit der SED-Diktatur ständig fortent­wickelt. So wurde der Luftschutzbunker zum Küchenlager umfunktioniert und ein Personalspeiseraum gebaut. 1968 wurde das Labor neu ausgestattet, 1968 der Krankenhausbau erweitert, 1977 ein Personalwohnheim errichtet, 1983 ein Ambulanzgebäude (Baracke) fertig gestellt und eingerichtet und 1986/87 die gesamte Elektrik des Krankenhauses erneuert.

Ausstattung kontinuierlich verbessert

1966 bekam das St. Carolus-Krankenhaus eine Sterilisationsanlage, was damals in der DDR eine Seltenheit war.  1979 wurde eine hochmoderne Röntgenanlage mit zwei Diagnostikplätzen installiert, und 1980 erhielten wir das erste Ultraschallgerät, ebenfalls eine Rarität. Unsere Ärzte bilde­ten sich in Berlin und auch im westlichen Ausland auf diesem Diagnostiksektor fort. So wurden wir auf diesem Gebiet zum Ausbildungshaus für den gesamten ostsäch­sischen Raum. 1982 bekamen wir eine kar­diologische Überwachungsanlage und eine neue Telefonanlage.

Görlitz war Sitz der Apostolischen Administratur Görlitz, dem auf deutschen Staatsgebiet  verbliebenen Rest der großen Erzdiözese Breslau, und ist heute Residenz des Bischofs des Bistums Görlitz. Da die Bischöfe, insbesondere Bischof Bernhard Huhn, der heute als eme­ritierter Bischof ganz in der Nähe unseres Krankenhauses lebt, das St. Carolus­ Krankenhaus immer als "ihr" Krankenhaus betrachteten, setzten sie sich stets mit ganzer Kraft für das Haus ein. Nur so konn­te es bestehen und sich entwickeln.

Caritas leistet strukturelle Hilfe

In direkter Verbindung mit  der Unter­stützung durch die Bischöfe steht die große Hilfe durch die Caritas. Über die damalige Berliner Bischofskonferenz und des Deutschen Caritasverbandes Hauptvertre­tung Berlin  erhielten unser  Krankenhaus und die übrigen (etwa  30)  katholischen Krankenhäuser  die finanzielle Unterstützung, die ein   Überleben unter den schwierigen Verhältnissen während der kommunistischen Diktatur möglich machte. Das die Gelder für diese großartige solida­rische  Unterstützung von unseren Glau­bensschwestern und -brüdern im  Westen Deutschlands  aufgebracht wurden,  ist uns bewusst, und wir sind sehr dankbar dafür. Auch auf ideellem und fachlichem Gebiet gab es große Unterstützung durch die Caritas. Die Pflegesatzverhandlungen  mit den staatlichen Stellen  wurden für  alle katholischen Krankenhäuser von der Caritas-Hauptvertretung Berlin geführt.

Auf Initiative der Berliner Caritas, dankbar zu nennen sind hier Caritasdirektor  Thiel und Dr. Stolte, gab es enge Kontakte unter den katholischen Krankenhäusern und regelmäßige Konferenzen und Schulungen der   Verwaltungsleiter, Medizintechniker, Medizinpädagogen, Laborleiter usw., teilweise bis auf den heutigen Tag. Durch die­ se intensiven Schulungen und den schon gewohnten Druck, kostendeckend zu arbei­ten, gelang es den kirchlichen Kranken­häusern nach der Wiedervereinigung wesentlich besser als den staatlichen, sich den neuen Gegebenheiten zu stellen.

Ärzte schwer zu finden

Für uns in Görlitz war es immer sehr schwierig, gute katholische oder zumindest christliche Ärzte als Mitarbeiter zu gewinnen. Durch die staatliche Planung und Steuerung der Berufsausbildung gab es keine Überkapazitäten . Man musste versu­chen, nach Abstimmung mit den staatlichen Stellen einen Studenten zum Medizin­studium zu "delegieren", um so in ein paar Jahren einen jungen Arzt einstellen zu kön­nen. Außerdem lag Görlitz im so genannten "Tal der Ahnungslosen", d.h., wir konnten kein Westfernsehen empfangen.

Auch die­ser Umstand machte unsere Gegend nicht nur für ärztliche Mitarbeiter unattraktiv. So war es nicht zu vermeiden, dass über weite Strecken beispielsweise zwei Internisten 160 Betten zu betreuen hatten. Hinzu kam, dass viele Ärzte so genannte "Z-Stellen" (Zusatzstellen) hatten , d.h., sie waren an manchen Nachmittagen außer Haus in Betriebspolikliniken, Diabetesambulanzen und ähnlichen Stellen tätig.

So wie jetzt eine Studie der Kassenärzt­lichen Bundesvereinigung bestätigte, wird es in den kommenden Jahren einen akuten Ärztemangel geben, der vor allem bei uns im Osten zum medizinischen Notstand führen kann. Dies spüren wir bereits jetzt am eigenen Leib und sind deshalb doppelt froh, dass wir inzwischen hochqualifizierte Ärzte, auch aus Polen und Tschechien, für die Arbeit an unserem Krankenhaus gewin­nen konnten.

Genossen bevorzugen St. Carolus-Krankenhaus

Ordensschwester bei der Krankenpflege

Ordensschwester bei der Krankenpflege

Den damaligen Mangel an Ärzten mussten die Ordensschwestern durch besonderen Einsatz kompensieren. Und sie taten es mit Bravour, oft bis weit über die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Hierdurch war es möglich, dass sich unser St. Carolus-Krankenhaus bis auf den heuti­gen Tag in der Region einen ausgezeichne­ten Ruf erarbeiten konnte. Selbst führende SED-Genossen der damaligen DDR waren bestrebt, sich nicht im benachbarten, großen staatlichen Bezirkskrankenhaus (damals ca. 1.200 Betten), sondern bei uns behandeln zu lassen.

Ausreisewelle

In der Zeit vor dem  Ende  der  DDR  war das St. Carolus-Krankenhaus Zuflucht für viele Ausreisewillige. Nachdem sie ihren Ausreiseantrag gestellt hatten, verloren sie in der Regel ihren Arbeitsplatz. Wir über­ nahmen sie dann als Ärzte, Kraftfahrer, Heizer oder für ähnliche Tätigkeiten.

Die Wende bringt viel Neues

Das Ende der DDR in den Jahren 1989 und 1990 brachte auch für unser Krankenhaus tiefe Einschnitte. Wie vielerorts verließen auch viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, teilweise über Nacht und ohne Vorankündigung, ihre Heimat und übersie­delten in den Westen Deutschlands.

Am 8. September 1990 unternahmen wir, als Dank für die ohne Blutvergießen über­standene Wende, eine Wallfahrt zum Marienwallfahrtsort im benachbarten Tschechien. Das Generalmutterhaus unse­res Trägers aus Grafschaft, dessen Kontakte zu uns zu DDR-Zeiten stark beschränkt waren, bekräftigte seine Trägerschaft und nahm unverzüglich Kontakt zu dem damals gerade neu gewählten sächsischen Sozialminister Dr. Hans Geisler (CDU) auf. Dabei konnte erreicht werden, dass unser Krankenhaus in die Förderliste des Freistaates Sachsen an zweiter Stelle aufge­nommen wurde.

Auch entwickelten sich ausgezeichnete Kontakte zum Heilig-Geist­ Krankenhaus in Köln, dessen Geschäfts­führer Franz Goebbels uns sehr unterstützte durch zeitweises Überlassen von ärztlichem Personal, Fortbildung  unserer  Mitarbeiter in Köln, Mitarbeit bei Pflegesatzverhand­lungen usw. Er stand uns Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Seite. Durch die Übernah­me der westdeutschen Gesetzmäßigkeiten ergaben sich vielfältige Änderungen, die verständlicherweise zunächst manche Mitarbeiter verunsicherten. Die meisten freuten sich jedoch  über die neuen Möglichkeiten und machten sich hochmoti­viert mit Elan an die Arbeit. Während Medizin, Pflege und Medizintechnik sich auf einem befriedigenden Niveau befanden, mussten Verwaltung und Versorgung neu organisiert und    aufgebaut werden. 

Im Frühjahr 1991 begannen die Planungs­arbeiten für die komplette Sanierung und Erweiterung des Krankenhauses . Aus­ gehend von bayerischen Normwerten wur­de damals ein Flächendefizit von fast 100 Prozent festgestellt: Für damals 245 Betten standen 4.400 m2 tatsächliche Nutzfläche geforderten rund 8.300 m2 gegenüber.

Frühjahr 1991 begannen die Planungs­arbeiten für die komplette Sanierung und Erweiterung des Krankenhauses . Aus­ gehend von bayerischen Normwerten wur­de damals ein Flächendefizit von fast 100 Prozent festgestellt: Für damals 245 Betten standen 4.400 m2 tatsächliche Nutzfläche geforderten rund 8.300 m2 gegenüber.

Neueste Görlitzer Tageszeitung (1927)

Anzeige zur Eröffnung

Eroeffnungsanzeige

Das St. Carolus-Krankenhaus Görlitz-West zeigt an, daß es eröffnet ist.
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Krankenhaus
mit Teich und Parkanlage

1998

1998 (zum Vergrößern klicken)