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Karl Borromäus

Portrait des Carlo Borromeo (ca. 1560-1608) vom Künstler Giovanni Ambrogio Figino (1548–1608)

Karl (Carlo) Borromäus wurde am 2. Oktober 1538 in Italien (nahe des Lago Maggiore) als Sohn einer einflussreichen adligen Familie geboren.

Die Borromäer waren Offiziere, Bankiers und Politiker, verschwägert mit dem italienischen Hochadel. Karl war von der Familie zum Kleriker bestimmt worden. Schon mit zwölf Jahren setzte man ihn als Abt der Benediktinerabtei von Arona ein. Mit 14 Jahren begann Karl ein Jura-Studium in Pavia, das er mit höchsten Auszeichnungen 1559 abschloss.

Carlos Onkel Giovanni Angelo Medici wurde 1559 Papst als Pius IV. Er holte seinen Neffen nach Rom. Als 21-jähriger wurde Karl Geheimsekretär, dann Kardinal-Diakon. Gerühmt wurde sein vorbildlicher Lebenswandel und seine Pflichterfüllung. Die Wiedereröffnung im Jahr 1561,die kraftvolle Durchführung und dann der Abschluss des Konzils von Trient im Jahr 1563 war wesentlich seinen Bemühungen zu verdanken. Er nahm Einfluss auf dessen Beschlüsse und sorgte für ihre Durchführung durch Papst Pius IV., er selbst hielt mehrere Synoden zur Umsetzung ab.

Nach dem Tod des geliebten Bruders Federico entschloss sich Karl, Priester zu werden, 1563 wurde er geweiht. Wenig später erhielt er die Weihe zum Bischof und wurde zum Kardinal und Erzbischof von Mailand ernannt; er konnte das Amt aber erst 1565 antreten. Der Kardinal galt als bescheidener, asketisch lebender Wohltäter mit einer großen Liebe zur Kunst, er entwickelte sich zu einem großen Reformer der katholischen Kirche und nutzte alle familiären Bindungen und Beziehungen, um sich durchzusetzen. Er reiste viel durch sein Bistum, seine vorbildliche Lebensführung beeindruckte die Menschen. Besonders setzte er sich für innerkirchliche Disziplin und die religiöse Unterweisung von Kindern ein.

Zur Schulung der Priester und Laien gründete Karl mehrere Seminare und andere Einrichtungen. Die von ihm eingeleiteten Versorgungsmaßnahmen während der großen Pest von Mailand in den Jahren 1576 bis 1578 retteten zahlreichen Menschen das Leben, erschütterten aber seine Gesundheit. 1578 schuf Borromäus den aus dieser Arbeit erwachsenen Orden der Oblaten des heiligen Ambrosius.

Im Alter von nur 46 Jahren erlag Karl einem Fieberanfall, den sein von der unermüdlichen Arbeit geschwächter Körper nicht überwinden konnte. "Herr, ich komme" waren seine letzten Worte. Eine riesige Menschenmenge begleitete ihn zur letzten Ruhe im Mailänder Dom.

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