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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

Palliativmedizin interessiert Jugendliche und „Frauen nach Krebs“

02.02.2016
Dr. med. Jörg Lubrich, Kommissarischer Leiter der Abteilung Innere Medizin am Malteser Krankenhaus St. Carolus, stellte FSJlern aus der ganzen Region die Palliativstation vor. 
(Fotos: Malteser/Ines Eifler)
Dr. med. Jörg Lubrich, Kommissarischer Leiter der Abteilung Innere Medizin am Malteser Krankenhaus St. Carolus, stellte FSJlern aus der ganzen Region die Palliativstation vor.
Dr. med. Jörg Lubrich, Kommissarischer Leiter der Abteilung Innere Medizin am Malteser Krankenhaus St. Carolus, stellte FSJlern aus der ganzen Region die Palliativstation vor. 
(Fotos: Malteser/Ines Eifler)
(Fotos: Malteser/Ines Eifler)

„Sind Palliativpatienten noch ansprechbar?“, „Was tun Sie als Arzt, wenn ein Mensch nicht mehr leben möchte?“, „In welchem Zustand kommen die Patienten zu Ihnen?“  Diese und andere Fragen stellten die jungen Leute, die seit Herbst ein Freiwilliges Soziales Jahr im Caritas-Verbund der Diözese Görlitz e.V. leisten. Am Mittwoch, dem 27. Januar 2016, besuchten sie das Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz. Oberarzt Dr. Jörg Lubrich, Kommissarischer Leiter der Abteilung Innere Medizin, führte sie im Rahmen ihres Seminars zum Thema Abschied, Tod und Sterben über die Palliativstation des Krankenhauses, zeigte ihnen Patientenzimmer, den gemütlichen Gemeinschaftsraum und den Raum der Stille, in dem Patienten und Angehörige Abschied nehmen können. Er erklärte den FSJlern die Besonderheiten der Station und beantwortete die Fragen der Jugendlichen. „Eine Palliativstation ist keine ‚Sterbestation‘“, sagte er. „Sondern wir lindern die Beschwerden von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen, deren Lebenszeit begrenzt ist.“ Menschen aus allen Altersgruppen seien hier Patient, der Großteil mit Krebserkrankungen. Die Palliativmedizin gebe es erst seit den 1960er Jahren. Inzwischen sei erwiesen, dass Menschen durch die Linderung ihrer Schmerzen oder die Erleichterung ihrer Atemnot noch etwas länger genießen könnten, am Leben zu sein. Mit den meisten Patienten könne man ganz normal sprechen, über 60 Prozent würden nach einer Zeit auf der Palliativstation wieder nach Hause oder in ein Hospiz entlassen.
Einige Tage zuvor hatte Dr. Jörg Lubrich die Selbsthilfegruppe „Frauen nach Krebs“ in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität auf der Heiligen-Grab-Straße in Görlitz besucht. Auch dort berichtete er den etwa 40 Frauen von der Arbeit der Palliativstation des Malteserkrankenhauses St. Carolus. Die Zuhörerinnen waren sehr interessiert zu erfahren, welche Möglichkeiten die moderne Palliativmedizin bietet, Beschwerden von sterbenskranken Menschen zu lindern. Viele der Frauen hatten sich aufgrund ihrer Krebserkrankung bereits mit dem Thema Sterben auseinandergesetzt. Im Laufe des Jahres 2016 wird das Krankenhaus weitere Gelegenheiten nutzen, die Palliativstation vorzustellen. Für den Frühsommer ist ein Podiumsabend zum Thema Palliativmedizin im Rahmen des SZ-Gesundheitsforums geplant.