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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

St. Carolus Krankenhaus bestätigt erste Erfahrungen als COVID-19-Anlaufstelle

Bisher alles gemäßigte Fälle auf der Isolierstation

03.04.2020
Der Ärztliche Direktor, CA Dr. Andreas Lammert, leitet den Pandemiestab im St. Carolus Krankenhaus
Die Hygienefachkraft des St. Carolus Janina Jonas begleitet alle Maßnahmen und schult regelmäßig alle Mitarbeiter.
Der Ärztliche Direktor, CA Dr. Andreas Lammert, leitet den Pandemiestab im St. Carolus Krankenhaus
Der Ärztliche Direktor, CA Dr. Andreas Lammert, leitet den Pandemiestab im St. Carolus Krankenhaus
Die Hygienefachkraft des St. Carolus Janina Jonas begleitet alle Maßnahmen und schult regelmäßig alle Mitarbeiter.
Die Hygienefachkraft des St. Carolus Janina Jonas begleitet alle Maßnahmen und schult regelmäßig alle Mitarbeiter.

Nach der ersten Woche als Anlaufstelle für stationäre Corona-Fälle zieht das St. Carolus Krankenhaus eine positive Bilanz. „Die Isolationsstation des Krankenhauses ist zu 70 Prozent belegt. Glücklicherweise weisen alle Patienten einen gemäßigten Krankheitsverlauf auf“, erklärt der Ärztliche Direktor Dr. Andreas Lammert. „Kein Patient musste bisher auf der Intensivstation beatmet werden. Die Abläufe haben sich gut eingespielt. Wir erhalten positive Rückmeldungen von unseren Pflegekräften und Patienten, dass alles ruhig, strukturiert und geordnet abläuft. Es gibt ein großes Verständnis für die notwendigen Maßnahmen“, so Dr. Lammert. „Dahinter steht eine gut eingespielte Organisationsstruktur“, stellt Standortleiterin Daniela Kleeberg fest. „Isolierstation und der normale Krankenhausbetrieb sind räumlich, organisatorisch und administrativ strikt getrennt. Wir behandeln auch COVID-infizierte Patienten mit anderen Erkrankungen, die stationär behandelt werden müssen. “

Mit der Grund- und Regelversorgung stehen das St. Carolus Krankenhaus und auch die Notfallambulanz weiterhin auch für die „normale“ Gesundheitsversorgung der Patienten, auch ohne Corona-Verdacht, wie gewohnt zur Verfügung. Gerade Patienten mit fieberhaften Erkrankungen, mit Schmerzen und natürlich mit Krebserkrankungen werden entsprechend versorgt. „Wir spüren die Auswirkungen, dass Patienten in Görlitz verunsichert sind. Viele Praxen in der Stadt Görlitz werden in diesen Tagen weniger frequentiert, andere haben ganz geschlossen“, erklärt der Ärztliche Direktor, der auch zusammen mit dem Generalbevollmächtigten Hans-Ulrich Schmidt dem Pandemiestab vorsitzt. „Im St. Carolus Krankenhaus herrscht durchgehend Betrieb, denn das Haus hat sich für die Behandlung von Corona-Patienten stark gemacht und stellt dafür eine separate Isolierstation zur Verfügung.“ In täglichen Sitzungen berät sich der Pandemiestab des Krankenhauses und zweimal wöchentlich per Telefonkonferenz mit den umliegenden Krankenhäusern und der Zentralen Krankenhausleitstelle Corona Dresden / Ostsachsen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden, die die Belegung mit Corona-Patienten koordiniert.

Auf der gesonderten Isolierstation im St. Carolus, wie auch in allen anderen Bereichen, ist geschultes Personal eingesetzt. „Krankenhäuser haben im Allgemeinen immer wieder mit Infektionskrankheiten zu tun. Saisonal bedingt werden Patienten mit Influenza, Noroviren und anderen Erregern, wie jetzt auch COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2), behandelt. Deshalb stellen Isolierungsmaßnahmen in den Krankenhäusern kein neues Problem dar. Die besonderen Maßnahmen bei COVID-infzierten Patienten beziehen sich zusätzlich auf einen gesonderten  Gesichtsschutz“, so der Ärztliche Direktor des St Carolus. Die Hygieneregeln orientieren sich an den Richtlinien des Robert Koch Institutes (RKI). Die Hygienefachkraft des St. Carolus Janina Jonas begleitet alle Maßnahmen mit dem verantwortlichen Hygienearzt Prof. Dr. Lutz Jatzwauck von der UKD Gustav Carus und schult regelmäßig alle Mitarbeiter. Die Richtlinien schreiben die Verwendung von Schutzkittel, Mundschutz, Brillen vor. Gesichtsschirme bieten eine zusätzliche Sicherheit für die Ärzte und das Pflegepersonal. „Wir sind aber bis jetzt ausgestattet. Nicht alles kann derzeit ausreichend geliefert werden.“, sagt Kleeberg und weist darauf hin, dass im St. Carolus Gesichtsschirme oder textile Mund-und-Nasenschütze bereits in Eigenproduktion hergestellt werden, um Engpässen vorzubeugen.

Die KV-Screeningsstelle am Standort St. Carolus wird regelmäßig von Corona-Verdachtspatienten zur Prüfung aufgesucht. Sie wird durch die Görlitzer KV-Bereitschaftspraxis unter der Leitung von Dr. Großmann koordiniert. Das Krankenhaus führt selbst keine Tests für ambulante Patienten durch. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen ist Mieterin der Räumlichkeiten der Corona-Anlaufstelle auf dem Carolus-Campus und gibt Auskunft über die Anzahl der Tests und die Zeit bis zum Ergebnis. Durch eine Umstellung der Räumlichkeiten nach einigen Tagen des Betriebs kann der Zugang für Patienten noch besser genutzt werden und die Zufahrt der Rettungswagen zum Krankenhaus für Transporte von COVID-19-Patienten ist frei.