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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

Kleines Haus leistet großen Beitrag für die Behandlung von Covid-Patienten

10.12.2020
Der Pneumologe Dawid Gocal zeigt am Bildschirm den Querschnitt einer kranken Lunge mit pneumonischen Infiltraten (CT). Die Patientin benötigt Sauerstoff zur Unterstützung beim Atmen.
Computertomographie (CT) einer gesunden Lunge
Computertomographie (CT) der Lunge eines Corona-Patienten
Der Pneumologe Dawid Gocal zeigt am Bildschirm den Querschnitt einer kranken Lunge mit pneumonischen Infiltraten (CT). Die Patientin benötigt Sauerstoff zur Unterstützung beim Atmen.
Der Pneumologe Dawid Gocal zeigt am Bildschirm den Querschnitt einer kranken Lunge mit pneumonischen Infiltraten (CT). Die Patientin benötigt Sauerstoff zur Unterstützung beim Atmen.
Computertomographie (CT) einer gesunden Lunge
Computertomographie (CT) der Lunge eines Corona-Patienten
Computertomographie (CT) einer gesunden Lunge
Der Pneumologe Dawid Gocal zeigt am Bildschirm den Querschnitt einer kranken Lunge mit pneumonischen Infiltraten (CT). Die Patientin benötigt Sauerstoff zur Unterstützung beim Atmen.
Computertomographie (CT) einer gesunden Lunge
Computertomographie (CT) der Lunge eines Corona-Patienten
Computertomographie (CT) der Lunge eines Corona-Patienten

Friedrich Hausmann*, 81, gehört zur Risikogruppe für Covid-19 Erkrankungen. Er leidet an Parkinson, wurde positiv auf das Coronavirus getestet und bei Versagen seiner Lungenfunktion zur Beatmung ins St. Carolus Krankenhaus eingewiesen. Nach der Verlegung auf die Intensivstation musste er mittels Tubus beatmet werden.

Oberarzt Dawid Gocal leitet die Isolier-Station im St. Carolus seit der zweiten Corona-Welle. „Bei einer Covid-Erkrankung kann es zu einem rapiden Abfall des Sauerstoff-Gehalts im Blut kommen. Der Patient muss mit zusätzlichem Sauerstoff beatmet werden, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Körpers zu gewährleisten“, erklärt der Pneumologe.

Seit Beginn der Pandemie wurden allein im Malteser Krankenhaus Görlitz ca. 500 Patienten im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung behandelt. Davon haben sich 128 positive Fälle bestätigt. Das Malteser Krankenhaus stellt derzeit 16% seiner Bettenkapazität für die Behandlung von Covid-Patienten zur Verfügung. Fast alle Betten sind belegt, auch auf der Intensivstation. „Was viele nicht wissen“, erklärt der Ärztliche Direktor, Chefarzt Dr. Andreas Lammert, „auch die kleinen Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung leisten einen großen Beitrag bei der Behandlung der Corona-Patienten im Landkreis.“

Corona fordert die kleinen Häuser im Besonderen. Die Behandlung von Covid-Patienten ist personalintensiv. „Das St. Carolus Krankenhaus ist seit Monaten im Einsatz gegen die Corona-Pandemie, wir leiden darunter, dass immer wieder Personal ausfällt, Operationen müssen abgesetzt oder verschoben, weil das Pflegepersonal auf der Covid-Station gebraucht wird“, sagt der Chefarzt der Anästhesie Dr. Uwe Treue. Personalausfälle aufgrund von Quarantänen, positiv-Testungen oder Krankheit betreffen bis zu 30% des Personals in den Malteser Krankenhäusern in Sachsen. „Um der Corona-Versorgung gerecht zu werden, die wir gleichberechtigt, wie der Schwerpunktversorger in Relation zur Größe des Hauses durchführen, haben wir unsere OP-Saal Kapazitäten aufgrund der Corona-Pandemie drastisch verringert. Das führt zu Umsatzeinbußen, die im Besonderen die kleinen Krankenhäuser der Basis-Versorgungsstufe aus aktueller politischer Sicht allein schultern müssen, denn ein neues Gesetz bietet Ausgleichzahlungen nur für Schwerpunktversorger“, erklärt der Ärztliche Direktor. Das St. Carolus stellt aktuell 4 Intensiv-Beatmungsbetten und eine Corona-Station, die 15-20 Patienten aufnehmen kann, zur Verfügung.

Fachkrankenschwester Janina Jonas ist Hygienefachkraft für Krankenhaushygiene und informiert das Gesundheitsamt des Landkreises über alle Patienten. Kein Fall gleiche dem anderen, sagt sie. Jeder Corona-Fall ist individuell zu betrachten. Vorerkrankungen und Alter spielen immer eine Rolle und haben Einfluss auf Verlauf und Liegedauer. Eine besondere Herausforderung sind die täglichen 30-50 Corona-Tests. „Wir testen alle Patienten, die zu uns ins Krankenhaus kommen und stationär bleiben sowie für Eingriffe, sowie Notfalleingriffe, per Antigen-Schnelltest bei Aufnahme und Entlassung“, erklärt Janina Jonas. Mit dem Antigen-Schnelltest werden Virenbelastungen nachgewiesen. Dabei ist das PCR-Testergebnis der aussagekräftigere Befund gegenüber dem Antigen-Schnelltest. „Aufgrund einer möglichen Covid-Erkrankung muss das Personal alle Patienten mit Corona-Verdacht solange als Covid-Patienten behandeln, bis der PCR-Test ein negatives Ergebnis zeigt. Das ist aufwendig in Bezug auf Hygiene-Maßnahmen, Schutzausrüstung usw.“, sagt Janina Jonas.

Seit November unterstützt die Bundeswehr die Arbeit in den Landkreiskrankenhäusern. Im St. Carolus sind allein 24 Soldaten deren Einsatz aufgrund der Situation in den Januar hinein verlängert wurde. „Dank der Soldaten der Bundeswehr können wir den Betrieb hier aufrechterhalten“, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Lammert. „Diese übernehmen Hilfstätigkeiten, damit sich das vorhandene examinierte Personal auf die Versorgung der Patienten konzentrieren kann. Drei der Soldaten sind Fachpersonal, welche auf der ITS, der NFA und der Isolierstation eingesetzt sind.“

Für Friedrich Hausmann ist die Corona-Infektion gut ausgegangen. Er konnte nach 14 Tagen vom Beatmungsgerät entwöhnt und ohne wesentliche Lungenspätschäden auf die Normalstation verlegt werden. Nach 20 Tagen wurde er in die eigene Häuslichkeit entlassen.

*Name wurde aus Datenschutzgründen geändert.