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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

​​​​​​​10 Jahre Chefarzt der Urologie im Carolus

Interview mit Dr. med. Andreas Lammert

15.10.2021
Chefarzt Dr. med. Andreas Lammert (Foto: Stephanie Hänsch)
Chefarzt Dr. med. Andreas Lammert (Foto: Stephanie Hänsch)

Im Herbst 2011 begann Dr. Lammert seine Chefarzttätigkeit für die Urologische Klinik im St. Carolus-Krankenhaus.

Herr Dr. Lammert, damit sind jetzt 10 Jahre vergangen. Wie war der Anfang?

Als ich vor 10 Jahren die Chefposition bei den Maltesern übernahm, war gerade eine turbulente Zeit.  Zwischen den beiden Görlitzer Krankenhäusern war es zu einem Wechsel von Ärzten und Pflegern in noch nicht da gewesenem Ausmaß gekommen.  Das brachte eine deutliche Unruhe in beide Häusern, die lange anhielt. Über die Jahre legten sich langsam die Unsicherheiten, wir konnten einen soliden Ärztestamm von alten und neuen Kollegen ausbilden und eine gute Zusammenarbeit mit dem Pflegeteam aufbauen.

Sind Sie mit Ihrer Entscheidung zufrieden, zum Carolus gewechselt zu haben?

Ich war im Städt. Klinikum bereits 9 Jahre als Oberarzt und 11 Jahre als Chefarzt tätig. Ich habe dort gern gearbeitet. Wir hatten eine gute Zusammenarbeit der vielen Kollegen und Sparten auch mit der Pflege auf den Stationen, im OP und in der Funktionsabteilung. Das St. Carolus Krankenhaus bot den neuen Ärzten hervorragende Rahmenbedingungen. Es gab ein breitgefächertes Instrumentarium, ein modernes Röntgengerät, bessere OP-Bedingungen und nicht zuletzt ein großartiges pflegerisches Team.

Wie verlief die Entwicklung Ihrer Klinik in den letzten 10 Jahren?

Mit der Konsolidierung des Ärzte- und Pflegeteams waren wir in der Lage, unser Angebot an Behandlungen im urologischen Bereich auszubauen und zu modernisieren. Wir haben die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen intensiv gepflegt, die uns Patienten zuweisen und dann aber auch die Nachsorge in der Hand behalten. Dadurch war die Rückmeldung gegeben, immer wieder bei der Behandlung und der Pflege nachzubessern, so dass dann in der Regel zufriedene Patienten nach Hause gegangen sind.

Kann man die Behandlungsergebnisse näher beschreiben?

Gerade habe ich die Zahl der Krankheitsfälle und Behandlungen für unsere Klinik der letzten Jahre im Vergleich mit anderen Krankenhäusern einsehen können. Es gibt ein Portal der Barmer Ersatzkasse die deutschlandweit detailliert die Anzahl der Diagnose und Therapien auflistet, anhand von pflichtgemäß weiter gemeldeten Daten der Krankenhäuser (www. barmer-kliniksuche.de). Da ist zu erkennen, dass die Urologische Klinik am St. Carolus Krankenhaus in einigen Behandlungslinien deutschlandweit vordere Plätze einnehmen.

Können Sie das näher erläutern?

Natürlich gibt es viele Operationen und Behandlungen, die wir im normalen Rahmen und in überschaubarer Anzahl für ein kleines Versorgungskrankenhauses absolvieren. Aber wir haben deutschlandweit immerhin den 5. Platz bei der Anzahl der transurethralen Blasentumorresektionen1. Bei der Prostataresektion2 (TURP) nehmen wir sogar den 3. Platz deutschlandweit ein, nach Würzburg und Bochum, die deutlich mehr Krankenhausbetten aufweisen, und vor Fürth, Chemnitz und Uni Dresden. Auch bei der Nierensteinbehandlung sind wir offenbar führend mit dem 3. Platz bei der Steinentfernung mittels Spiegelung (Ureterorenoskopie3), nach St. Hedwig-Berlin und Sindelfingen und vor München und Berlin-Buch. Das sind nur Beispiele.

Was schließen Sie daraus?

Es ist uns offenbar gelungen, die urologische Behandlung in unserem kleinen Krankenhaus so zu etablieren, dass sie im Deutschland-Maßstab führend mithalten kann. Das macht mich ein wenig stolz. Natürlich gelingt das nur mit einem schlagkräftigen Team von Ärzten und Pflegekräften, bei denen ich mich bei dieser Gelegenheit ganz herzlich bedanken möchte. Ohne sie ist eine solche qualitativ hochwertige Arbeit nicht denkbar.

Was planen Sie als nächstes?

Ich bin froh, dass wir uns nach der langen Coronapause wieder mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit wenden können. Gemeinsam mit den Urologen des Städtischen Klinikums Dresden veranstalten wir am 13. November zum 15. Mal den Urologentag - ein Fachsymposium für Ärzte und medizinisches Fachpersonal. Hochkompetente Referenten werden über moderne Strategien zur Tumorbehandlung bis hin zu neuesten Entwicklungen der Mikrobiologie referieren. Und am 28. Oktober werde ich beim SZ-Gesundheitsforum im St. Carolus einen Vortrag für die Bürger zur urologischen Vorsorge halten. Informationen dazu finden Sie auf der Website des St. Carolus Krankenhauses.

Herr Dr. Lammert, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Interview: Stephanie Hänsch

 

Fußnoten:

1 Endoskopische Operationstechnik durch die Harnröhre bei dem Gewebe in der Blase ausgeschabt wird.

2  Bei dieser bevorzugten  Operationsmethode bei gutartiger Prostatavergrößerung wird der innere Anteil der Prostatadrüse entfernt – ausgeschabt.

3Spiegelung des Harnleiters

 

Kontakt

Malteser Krankenhaus St. Carolus, Urologische Klinik

Carolusstraße 212, 02827 Görlitz, Tel. 03581 72-1202

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