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Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz

Auf dem Weg zum
'Demenzsensiblen Krankenhaus'

"In den letzten Jahren hat sich sehr deutlich herauskristallisiert, dass die Versorgung von Patienten mit Demenz in den nächsten Jahren einen großen Schwerpunkt in den Krankenhäusern bilden muss."
Dr. Ursula Sottong, Leiterin Malteser Fachstelle für Demenz  

Diagnose Demenz

In Akutkrankenhäusern ist der Anteil an Patienten mit der Nebendiagnose Demenz in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Ursache ist die steigende Anzahl hochaltriger Patienten und die mit zunehmendem Alter deutlich häufiger auftretenden Demenzen. Deshalb ist die Versorgung von Menschen mit Demenz eine der großen Herausforderungen für die Krankenhäuser.

Bundesweit gibt es bisher unterschiedliche Versuche und Projekte, wie man akut erkrankte Menschen mit der Zusatzdiagnose Demenz besser versorgen kann. Sie fokussieren sich aber in der Regel auf einzelne Bereiche in den Krankenhäusern.

„Die große Herausforderung ist, akut erkrankte Menschen mit Demenz so zu versorgen, dass nicht mehr Komplikationen als nötig auftreten. Ein hohes Risiko ist, dass sich die Demenz durch den stationären Aufenthalt verschlechtert. Deshalb ist es für alle Krankenhäuser dringend notwendig, sich auf Patienten mit Demenz einzustellen“, erklärt die Leiterin der Malteser Fachstelle Demenz Dr. Sottong.

Was das 'Demenzsensible Krankenhaus' besonders macht

Deutschland einzigartiges Projekt am Malteser Krankenhaus St. Carolus in Görlitz soll jetzt im Projektzeitraum vom 01. September 2019 bis 30. September 2020 erstmals ein gesamtes Krankenhaus demenzsensibel ausgerichtet und „Leitkrankenhaus und Center of Excellence“ werden. Grundgedanke ist aufzuzeigen, was getan werden kann, damit diese spezielle Patientengruppe im klinischen Alltag nicht verloren geht. Zur Umsetzung des Projektes gehört, dass alle Mitarbeitenden durch Schulungen "demenzkompetent" werden, die Abläufe im Krankenhaus angepasst und das Milieu und die Orientierung im Haus demenzsensibel gestaltet werden.

Das Silviahemmet Konzept

  • Personenzentrierte Pflege
  • Einbeziehung der Angehörigen
  • Teamarbeit
  • Kommunikation
  • Milieugestaltung

Dr. Ursula Sottong, Leiterin der Malteser Fachstelle Demenz

Projektumsetzung im Krankenhaus St. Carolus

Millieugestaltung

Baumaßnahmen:

  • Zur besseren Orientierung erfolgt eine neue Beschilderung.
  • Tagesräume zur Einnahme gemeinsamer Mahlzeiten und/oder der Durchführung von Betreuungsangeboten werden angeboten.
  • Relaxsessel für Patienten (Snoozle-Sessel)
  • Austausch von Bodenbelägen und Anschaffung von Niederflurbetten zur Sturzprophylaxe
  • Zusätzliche Farbakzente, wie rote Lichtschalter und Toilettendeckel, dienen zur besseren Orientierung.
  • Die Einrichtung eines speziellen Raums in der Zentralen Notaufnahme schafft ein ruhigeres Umfeld bei der Aufnahme von an Demenz erkrankten Patienten.
  • Bodenlifter, Sensoren und Bewegungsmelder können Stürzen vorbeugen und dienen der zusätzlichen Patientensicherheit

Schulung aller Mitarbeitenden im Krankenhaus

Da nahezu alle Abteilungen und Bereiche eines Akutkrankenhauses bis hin zu Technik und Hauswirtschaft von der Herausforderung „Menschen mit Demenz“ betroffen sind, ist eine Kompetenz im gesamten Krankenhaus notwendig und bei allen dort tätigen Berufsgruppen.

  • Alle Mitarbeiter im Krankenhaus werden zum Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten geschult.
  • Es wurden 6 Klinikbegleiter eingestellt, die Patienten zu Untersuchungen begleiten, betreuen und jederzeit als Ansprechpartner da sind.
  • Einen zusätzliche Praxisanleiter/in sorgt für die kontinuierliche Schulung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter zum Umgang mit Demenzerkrankten

Wissenschaftliche Projektbegleitung und Kooperationspartner

  • Malteser Fachstelle Demenz
  • Beirat (u.a. Vertreter des Krankenhauses, DZNE-Deutsches Zentrum für Neurogenerative Erkrankungen, Fachstelle Demenz, HSZG-Hochschule Zittau-Görlitz, Landesinitiative Demenz Sachsen, Vertreter des Landkreises Görlitz)
  • DIP-Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.
    (begleitende Evaluation über die Veränderungen im Krankenhaus)

  

Kontakt


Caroline Brandl
Projektleitung „Demenzsensibles Krankenhaus“
Tel. (03581) 72-2057
caroline.brandl(at)malteser(dot)org
Ihre Nachricht an
Caroline Brandl

Förderung

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushaltes.

Klinikbegleiter im Krankenhaus

"Die Patienten mit Demenz sind deutlich ruhiger, fühlen sich wohl und angenommen in der für sie belastenden Umgebung und deutlich kooperativer in der Versorgung."
Leitende Krankenschwester im Krankenhaus St. Carolus über die positive Wirkung von Klinikbegleitern im Krankenhaus

Angehörigen-Sprechstunde

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